29. Juli 2007

We feed the world

Abgelegt unter: Ökonomisches, Politisches, Gesellschaftliches — Sebastian @ 16:15

Fakten über den globalisierten Handel mit Lebensmitteln

Heute kostet der Streusplitt mehr als der Weizen den der Bauer produziert.

In Wien wird täglich jene Menge an Brot als Retourware vernichtet, mit der die zweitgrößte Stadt Österreichs - Graz - versorgt werden kann.

Die Schweiz ist, nach Pro-Kopf-Einkommen, das zweitreichste Land der Welt. Das für die Produktion von Brot in der Schweiz benötigte Korn kommt zu Vierfünfteln aus Indien. Indien hat über 200 Millionen permanent schwerst unterernährte Menschen.

In Österreich muss jeder Landwirt 10 % seiner Fläche als Brachland liegen lassen. Dafür kriegt er von der EU Geld. Das Brachland wird gefördert. Jetzt wird auf dem Brachland zum Teil Mais angebaut, weil man ihn zum Verheizen für die Fernwärme braucht.

Die Absurdität der Situation der Agrarwelt von heute ist folgende: Die reichen Länder, die EU, die Vereinigten Staaten, die zahlen ihren Bauern für ihre Produktion und die Exporte Subventionen. Im Jahr, letztes Jahr, 349 Milliarden Dollar. Das ist mehr als eine Milliarde pro Tag. Die Konsequenz davon ist Dumping, die Zerstörung der Agrarwirtschaft in der südlichen Hemisphäre, wo es fast nur Bauern gibt, mit einigen Ausnahmen.

Tomaten reisen quer durch Europa, weil die Reisekosten nur 1 Prozent vom Regalpreis betragen.

Roundup ist ein Spritzmittel das normalerweise alles vernichtet, was so anfängt zu grünen und zu blühen, außer der Sojabohne. Soja wird hauptsächlich verwendet für Fütterungsmittel, für verschiedene Lebensmittel. Es ist auch schon in Schokolade drin. Wir sollten uns damit anfreunden, dass es eigentlich keine Lebensmittel mehr gibt, die frei von Gentechnik sind. Zumindest erfahren wir es nicht.

100.000 Menschen sterben jeden Tag am Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen. Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Alle vier Minuten verliert jemand das Augenlicht, wegen Vitamin-A-Mangel. Letztes Jahr sind 842 Millionen Menschen schwerstens permanent unterernährt gewesen. Im Vorjahr waren es noch 826 Millionen. Die Zahl der Opfer steigt ständig. Die Weltlandwirtschaft, so wie sie heute ist, kann ohne Probleme zwölf Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind das an Hunger stirbt heute, wird ermordet.

Der größte Sojaproduzent der Welt ist in Mato Grosso (Brasilien). Es ist die Gruppe Maggi.

Das Soja wird exportiert nach Europa, China und Japan.

Der ganze Wald hier wurde gerodet, und jetzt pflanzen sie Soja an, in der ganzen Region hier.

Das Ergebnis dieses Verhaltens und dieser Politik ist: Das Vieh in Europa und anderen Ländern, wo Tiere mit Soja gefüttert werden, fressen den Regenwald von Amazonien und Mato Grosso auf.

Ausmaß der gerodeten Urwaldflächen in Brasilien seit 1975: Frankreich plus Portugal. Ein Quadratmeter Urwald ist für einen Cent zu erwerben.

Die Macht der Konzerne, heute auf dieser Welt, drückt sich aus in einer Zahl, die die Weltbank letztes Jahr veröffentlicht hat: 52 % des Weltbruttosozialproduktes, d.h. alle auf der Welt produzierten Reichtümer in einem Jahr, sind kontrolliert worden von 500 Weltkonzernen. Und diese Weltkonzerne funktionieren nur nach Profitmaximierung.

Der Weltgrößte Nahrungsmittelkonzern (…) ist Nestlé.

Guten Appetit!

25. Juli 2007

Die Bahn auf privaten Schienen

Abgelegt unter: Ökonomisches, Politisches — Sebastian @ 17:37

In Großbritannien wurde in den 90er Jahren die Bahn privatisiert. Das Land dessen Dampfmaschinen ganz Europa eroberten, hat sich entschlossen die öffentliche Bahnbeförderung in private Hände zu legen und den Bahnverkehr und vor allem das dazugehörige Schienennetz getrennt zu privatisieren. Die Folge war, dass rund 25 Bahngesellschaften auf den britischen Schienen unterwegs waren (und immer noch sind), was wiederum einen Dschungel an Tarifen zur Folge hatte. Zuständigkeiten bei der Wartung waren nicht klar geregelt und letztlich hat sich keine Bahngesellschaft in der Verantwortung gefühlt, weil seit 1997 der Fahrbetrieb vom Schienennetz getrennt wurde. Verspätungen der britischen Bahn sind selbstverständlich und Fahrpläne dienen eher dazu, die Zeit des Zugwartens mit lesen zu überbrücken und davon zu träumen wie schön es wäre, wenn die Bahn pünktlich käme. (weiterlesen…)

28. März 2007

Medien

Abgelegt unter: Ökonomisches, Politisches, Gesellschaftliches — Sebastian @ 03:18

5. März 2007

Linux = Sozialismus?!

Abgelegt unter: Ökonomisches, Politisches, Gesellschaftliches — Sebastian @ 11:55

In Venezuela hält der Pinguin Einzug. Das Land, das den Sozialismus des 21. Jahrhunderts schaffen möchte, führt für alle öffentlichen Rechner GNU/Linux ein, wie Medien in den letzten Wochen berichteten. Dabei wird, immer wieder betont, dass diese Entscheidung politisch sei: “Weg von US-Produkten hin zu eigenen Entwicklungen”. Aber Venezuela steht mit dieser Entscheidung nicht mehr alleine da, Kuba hat vor wenigen Tagen im Beisein Stallmans (Erfinder des GNU-Projekts) bekanntgegeben, dass auch sie alle Behörden-Rechner der sozialistischen Inselrepublik von Microsoft-Software auf OpenSource-Lösungen migrieren wollen und in Brasilien wurde im Rahmen des Programms “Computador para todos” (Computer für Alle) der fünfzigtausendste Linux-PC ausgeliefert. (weiterlesen…)

26. Februar 2007

Globalisierung ausgebremst…

Abgelegt unter: Ökonomisches, Politisches — Sebastian @ 11:00

Wie sich ein Weltkonzern die Heuschrecken vom Leibe hält.

Das VW-Gesetz ist wohl einzigartig in Europa. Mit diesem Gesetz wird sichergestellt, dass der VW-Konzern vor feindlicher Übernahme geschützt bzw. der negative Einfluss von Kapitalhaien abgeschwächt wird. Es sieht vor, dass jeder Aktionär, der von VW mehr als 20% der Anteile besitzt, dennoch nur 20% Stimmrecht hat und die übrigen Stimmen auf die anderen Aktionäre verteilt werden. Man glaubt es ja kaum, aber VW-Anteile werden dadurch für Heuschrecken unheimlich uninteressant, weil kein Aktioinär alleine eine so genannte Sperrminorität hervorrufen kann. Der Bund und das Land Niedersachsen finden das Gesetz ironischerweise gut, was ich etwas widersprüchlich finde. (weiterlesen…)

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