12. August 2007

Umfragen: Dauerhoch für Merkel und Linksrutsch

Abgelegt unter: Politisches — Sebastian @ 12:45

  • 57 Prozent der Deutschen würden Angela Merkel direkt als Kanzlerin wählen. (Stern 31. Juli).
  • 34 Prozent der Deutschen ordnen sich links ein. (Die Zeit 9. August)
  • 68 Prozent der Deutschen sind für Mindestlöhne. (Die Zeit 9. August)
  • 72 Prozent der Deutschen denken, dass die Regierung zu wenig für die soziale Gerechtigkeit tut. (Die Zeit 9. August)
  • 82 Prozent der Deutschen möchten die Rente mit 67 wieder abgeschafft wissen. (Die Zeit 9. August)
  • 62 Prozent der Deutschen halten den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr für eher falsch. (Die Zeit 9. August)
  • 74 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass der Staat mehr für die Betreuung von Kindern tun sollte. (Die Zeit 9. August)
  • 67 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass Betriebe wie Bahn, Telekom und Energieversorger in Staatsbesitz, statt Privatbesitz sein sollte. (Die Zeit 9. August)

Irgendwie passt das nicht mit Merkel als Kanzlerin zusammen.

9 Kommentare »

  1. Traue keiner Statistik, die du nicht selbst … ;-)

    Aber bei solch krassen Umfragewerten – und ich glaube nicht, dass die nur Anhänger der Linkspartei befragt haben – ist es kein Wunder, dass der Überwachungsstaat ausgebaut wird: Alles potenzielle Kommunisten und damit schon fast Terroristen >:->

    Komisch nur, was Merkel dazwischen macht – oder ist die BRD der DDR beigetreten?

    Kommentar von Robert — 13. August 2007 @ 00:13

  2. Die Umfrage der Zeit ist echt super interessant. Die meisten, die bei den sozialen Fragen eher den Anschein machen, dass sie aus dem linken Politikspektrum kommen sind Unionsanhänger. Schaus dir mal an: www.zeit.de/links

    Kommentar von Sebastian — 13. August 2007 @ 08:18

  3. Krass finde ich auch, dass 57% der FDP-Anhänger gegen die Privatisierung von staatlicher Infrastruktur sind. Mein Fazit aus der Umfrage und der Analyse ist, dass man eine Partei bräuchte, die ein „linkes“ Programm bietet, es allerdings bürgerlich anbietet. Der Wähler verhält sich häufig dann doch im Gegensatz zur Umfrage, weil es (zumindest in Westdeutschland) immer noch so eine Art Phobie gegen links gibt.

    Kommentar von Robert — 14. August 2007 @ 01:22

  4. “Mein Fazit aus der Umfrage und der Analyse ist, dass man eine Partei bräuchte, die ein „linkes“ Programm bietet, es allerdings bürgerlich anbietet.”

    —>>> du willst eine bundesdeutsche CSU???

    … brrrr …

    Aber weißt du was: Es macht Sinn. So eine Partei könnte abräumen. Ich wähl trotzdem SPD.

    Kommentar von .peter — 15. August 2007 @ 13:14

  5. Ich will definitiv keine bundesdeutsche CSU! (Wie kommst du überhaupt auf diese Idee?) Vielleicht ist der Begriff „bürgerlich“ irritierend, aber es ist nun einmal so (Erfahrung aus dem dörflich Baunataler Umfeld), dass es in Deutschland eine (oberflächliche) „Linksphobie“ gibt; vielleicht stammt die noch aus der Zeit der deutschen Trennung bzw. KPD-Verbot, Herbst 1977, Berufsverbote, …

    Die Umfrage zeigt nun allerdings, dass typisch linke Themen auf großen Zuspruch in der Bevölkerung stoßen. Trotzdem tun sich die politisch linken Kräfte schwer damit, Wählermehrheiten zu mobilisieren und zu binden.

    Meine These ist nun, dass genau diese „Etikettierung als links“ das Problem bei der Mobilisierung ist. Wenn man nun also eine Partei hätte, die nicht ideologisch (Die.Linke), parteipolitisch taktierend (SPD) oder auf Identitätssuche (Die Grünen als Oppositionspartei) aufträte, sondern pragmatisch, modern, wirklich nah am Volk (keine Bierzelte und Stammtische!) und mit einem smarten Zugpferd linke Themen verträte, könnte das eine Regierungspartei werden.

    Von den etablierten Parteien in Hessen trifft diese Definition allerdings tatsächlich recht gut auf die SPD zu. Ich weiß ja nicht, wann der Wahlkampf nun offiziell beginnt, aber Ypsilanti und ihr Team wären sehr gut beraten, genau die Schwachstellen von „Kurfürst Roland“ herauszustellen und konkrete Lösungen aufzuzeigen. Dass die CDU seit längerer Zeit mit dem „linken Gespenst“ gruseln will zeigt doch, wie hilf- und argumentlos sie sind.

    Kommentar von Robert — 15. August 2007 @ 15:07

  6. das hoffen wir alle …

    Kommentar von .peter — 15. August 2007 @ 23:51

  7. […] Dies offenbart mit all ihren Facetten und Betroffenen meiner Meinung nach eine gesellschaftliche Dimension, d.h. dieser Arbeitskampf wird quasi auch stellvertretend für viele andere Bürger geführt – zwar nicht aktiv, aber im Sinne von „Schön, dass es denen (da oben) mal einer zeigt.“ Etwas Ähnliches konnte man als Student im Sommer 2006 erfahren: Der Protest gegen die Einführung von Studiengebühren stieß auf große Zustimmung in der Bevölkerung, wobei ich auch hier vermute, dass ein nicht unerheblicher Teil einfach nur damit sympathisierte, dass sich junge Leute mit den Landesregierungen anlegten. Fraglich bleibt für mich trotzdem, warum daraus praktisch keine aktive Zustimmung wird, schließlich ist eine Mehrheit der Bürger links eingestellt. Es ist etwas faul im Staate Deutschland und kaum einer tut etwas dagegen – sind die Bahnsteigkarten zur Erstürmung des Bahnhofs so teuer? […]

    Pingback von Gesellschaftliche Bedeutung des Bahnstreiks - Roberts Kolumne — 26. Oktober 2007 @ 13:43

  8. […] Eingestellt am 10. Januar 2008 um 21:15 Uhr » Netz-Notizen Wer braucht so etwas? Gesellschaft Medien und Informationen Satire Die hessische CDU sieht sich von einem „Linkskartell aus extrem linken Sozialdemokraten, Grünen und Kommunisten“ eingeengt und attackiert (köstlich: http://www.cduhessen.de/home/content.cfm?ID=246), zudem beklagt ihr Schoßhündchen einen tatsächlichen Linksrutsch. Bei so geballter „linker Kraft“ fiel denen wohl nichts Anderes als die Flucht nach rechts ein, zumal hat diese Partei oft genug unter Beweis gestellt, dass sie bei richtigen Duellen nach alter Schule kneift; unzählige „Diskussionen“ (parteideutsch für Austausch von Polemik und politischer Besserwisserei) mit CDU-Mitgliedern z.B. über Studiengebühren haben das gezeigt. Da Kochs Flucht nach rechts beim Wähler keine Früchte trägt, sondern die noch Opposition stärkt, scheint der Laden so durch den Wind zu sein, dass sie sogar vor sich selbst warnt: Hessen muss Erfolgsland bleiben und darf nicht zur Spielwiese von ideologischen Geisterfahrern werden. Tatsächliche Probleme klein- und kleine Probleme großzureden, um (vergeblich) auf zweifelhaften Stimmenfang zu gehen, hat schon etwas von Geisterfahrt und gerade die hessische CDU ist alles Andere als unideologisch. […]

    Pingback von Hessen-CDU ausweglos - Roberts Kolumne — 10. Januar 2008 @ 22:23

  9. Hallo Sebastian, deaktiviere mal bitte in meinen Pinkback-Post den Link zur CDU-Seite, die brauchen nicht unbedingt Backlinks erhalten.

    Kommentar von Robert B. — 10. Januar 2008 @ 22:25

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