Globalisierung ausgebremst…
Abgelegt unter: Ökonomisches, Politisches — Sebastian @ 11:00
Wie sich ein Weltkonzern die Heuschrecken vom Leibe hält.
Das VW-Gesetz ist wohl einzigartig in Europa. Mit diesem Gesetz wird sichergestellt, dass der VW-Konzern vor feindlicher Übernahme geschützt bzw. der negative Einfluss von Kapitalhaien abgeschwächt wird. Es sieht vor, dass jeder Aktionär, der von VW mehr als 20% der Anteile besitzt, dennoch nur 20% Stimmrecht hat und die übrigen Stimmen auf die anderen Aktionäre verteilt werden. Man glaubt es ja kaum, aber VW-Anteile werden dadurch für Heuschrecken unheimlich uninteressant, weil kein Aktioinär alleine eine so genannte Sperrminorität hervorrufen kann. Der Bund und das Land Niedersachsen finden das Gesetz ironischerweise gut, was ich etwas widersprüchlich finde.
Wo doch ständig von der Bundes- und Landesregierung die Chancen der Globalisierung gelobpreist werden, ist man hier maßgeblich daran beteiligt den Kapitalmarkt vor den VW-Werken auszusperren. Der daraus resultierende Effekt ist klar: das Land Niedersachsen beherbergt 13 % der Aktienanteile, hat aber für 18 % Stimmrecht am größten Automobilhersteller Europas. Ich frag mich nur warum man sich dann ständig darüber beschwert, dass Hugo Chávez nun persönlich über das Erdöl von Venezuela wacht und er die Kapitalhaie aus dem Land gejagt hat (ja, gut - ist vielleicht ein bißchen weit hergeholt…).
Bin ja mal gespannt ob sich das Gesetz vor dem Europäischen Gerichtshof halten kann. Wenn nicht, mischt halt Porsche ein bißchen mit. Und damit die Herren von Porsche auch auf dem richtigen Kurs bleiben, gibts dann bestimmt einen Reisegutschein: “Mit Peter-Hartz-Reisen eine Bulli-Rundfahrt durch Thailand” - oder so
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Vor ein paar Jahren, als es die »Deutschland-AG« noch gab, war diese Art des Protektionismus ja viel eleganter gelöst: Jeder war an jedem beteiligt. Aber im Zuge (wirtschaftlich) wahnwitziger Renditevorstellungen wurde das Finanzgeflecht aufgelöst.
Im Übrigen können bereits knappe 11% ausreichen, um als „Heuschrecke“ ein Unternehmen aufzumischen, siehe Deutsche Börse AG.
Kommentar von Robert — 26. Februar 2007 @ 12:48