Höre, Israel!
Abgelegt unter: Zitiertes, Politisches — Sebastian @ 18:02
Als wir verfolgt wurden,
war ich einer von euch.
Wie kann ich das bleiben,
wenn ihr Verfolger werdet?
Eure Sehnsucht war,
wie die anderen Völker zu werden
die euch mordeten.
Nun seid ihr geworden wie sie.
Ihr habt überlebt
die zu euch grausam waren.
Lebt ihre Grausamkeit
In euch jetzt weiter?
Den Geschlagenen habt ihr befohlen:
„Zieht eure Schuhe aus“.
Wie den Sündenbock habt ihr sie
In die Wüste getrieben
in die große Moschee des Todes
deren Sandalen Sand sind
doch sie nahmen die Sünde nicht an
die ihr ihnen auflegen wolltet.
Der Eindruck der nackten Füße
im Wüstensand
überdauert die Spuren
eurer Bomben und Panzer.
Erich Fried
Tags:
politisches
zitiertes
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Fried sollte es besser wissen … die Nachbarn Israel wollten die Juden schon auslöschen, da hat Israel noch garnicht existiert. Die Rechnung “Israelische Gewalt = Ursache für Nahostkonflikte” ist VIEL zu einfach.
Kommentar von Peter — 24. Februar 2007 @ 13:35
Fried lebt seit 1988 nicht mehr und war selber Jude. Dieses Gedicht hat er 1974 geschrieben. Und ich bin mir sicher, dass Fried mit diesem Gedicht keine Rechnung “Israelische Gewalt = Ursache Nahostkrise” machen wollte. Um Fried beurteilen zu können, musst du schon mehr von ihm kennen.
Hier noch ein Gedicht von ihm, welches in diesem Zusammenhang auch sehr gut passt.
_Gewalt_
Die Gewalt fängt nicht an
wenn einer einen erwürgt
Sie fängt an
wenn einer sagt:
“Ich liebe dich:
du gehörst mir!”
Die Gewalt fängt nicht an
wenn Kranke getötet werden
Sie fängt an
wenn einer sagt:
“Du bist krank:
Du mußt tun, was ich sage!”
Die Gewalt fängt an
wenn Eltern
ihre folgsamen Kinder beherrschen
und wenn Päpste und Lehrer und Eltern
Selbstbeherrschung verlangen
Die Gewalt herrscht dort
wo der Staat sagt:
“Um die Gewalt zu bekämpfen
darf es keine Gewalt mehr geben
außer meiner Gewalt!”
Kommentar von Sebastian — 24. Februar 2007 @ 15:02
ich kenne Fried gut, und sehe ihn kritisch.
Kommentar von Peter — 25. Februar 2007 @ 02:02